Entstehung

Überblick über die Entwicklung der Gemeinden von Beginn der Errichtung von Verwaltungseinheiten auf unterer Ebene bis zur Schaffung der politischen Ortsgemeinden.

Bis in das 18. Jahrhundert war man für die Erfassung kleinerer Einheiten innerhalb der Kreise, die 1748 als Verwaltungseinheit auf mittlerer Ebene geschaffen worden waren, auf die Herrschaften und Magistrate, bzw. Pfarren angewiesen; diese genügten aber, wie es sich im Laufe der Zeit zeigte, zur Durchführung der Verwaltung nicht.

Mit der im Jahre 1770 erfolgten allgemeinen Seelenbeschreibung, die zugleich mit einer Konskription des Zugviehs und der Nummerierung der Häuser durchgeführt wurde und vor allem militärischen Zwecken diente, beschritt man nun neue Wege. Diese Zählung und Häusernummerierung wurde nach Pfarren vorgenommen, wozu jede Pfarre in sogenannte Nummerierungsabschnitte unterteilt wurde. Ein Nummerierungsabschnitt war also lediglich eine Summe von Häusern in einer Pfarre. Von den heutigen Katastralgemeinden der Ortsgemeinde Mortantsch, die allesamt in der Pfarre Weiz lagen, wurde 1770 jede als eigener Nummerierungsabschnitt geführt. Zu dieser Zeit hatten Hafning 165, Mortantsch 157, Göttelsberg 112, Leska 101, Haselbach 94 und Steinberg 89 Seelen.

Als Kaiser Josef II. die Steuern gerecht und der Beschaffenheit des Bodens gemäß aufteilen wollte, ließ er zu diesem Zweck einen neuen Kataster den sogenannten „Josephinischen Kataster“ anlegen, bei welcher Durchführung auf die bestehenden Nummerierungsabschnitte aufgebaut wurde. Bei der Aufnahme des neuen Katasters, die von 1784 bis 1789 dauerte, wurden die aufnehmenden Kommissare aufgefordert, jenen Umfang der Häuser und Gründe, welche unter dem Anfang und Schluß eines Nummerierungsabschnittes begriffen war, als eine Gemeinde zu betrachten. Damit wurde der Nummerierungsabschnitt durch die Einbeziehung der zu den Häusern gehörenden Gründe zur territorialen Einheit der Steuergemeinde. Es wurde verordnet, zu kleine Abschnitte zusammenzuziehen und zu große in mehrere Gemeinden zu teilen. Die einzelnen Nummerierungsabschnitte der heutigen Gemeinde Mortantsch wurden aber alle zu einer eigenen Steuergemeinde.

In den Jahren 1820 bis 1825 wurde die Besteuerung von Grund und Boden reformiert und zu diesem Zwecke der „Franziszeische Kataster“ angelegt. Dabei erfolgte auch eine Mappierung, eine kartographische Aufnahme der Steuergemeinden, die ab jetzt Katastralgemeinden hießen.

Als im Zuge der Revolution von 1848 das Untertanenverhältnis aufgelöst, und der Bauer endlich auch Eigentümer von Grund und Boden wurde, schuf man auch die freie Gemeinde mit einem frei gewählten Bürgermeister an der Spitze, der von der Herrschaft alle lokalen Verwaltungsaufgaben zu übernehmen hatte.
In einem provisorischen Gesetz vom Jahre 1849 wurde den Gemeinden die Selbstverwaltung zugestanden und 1850 fanden die ersten Gemeindewahlen statt. Die neuen Ortsgemeinden wurden aus einer oder mehreren Katastralgemeinden gebildet. Dabei wurden Mortantsch und Göttelsberg zur Gemeinde Mortantsch, Steinberg und Hafning bildeten die Ortsgemeinde Steinberg. Diese Einteilung, blieb bis zur Gemeindezusammenlegung des Jahres 1952 gültig. Die beiden Katastralgemeinden Haselbach und Leska wurden 1850 vorerst aber zu einer Gemeinde mit dem Namen Leska zusammengeschlossen.
Dafür mag im genannten Jahr die größere Einwohnerzahl von Leska (137) im Vergleich zu Haselbach (95) den Ausschlag gegeben haben. Da aber in Folge Haselbach sehr rasch anwuchs (vgl. dazu den ersten Teil), und dort auch eine Schule vorhanden war, änderte man den Gemeindenamen auf Haselbach.
Wann diese Namensänderung erfolgte, konnte ich nicht feststellen; um 1870 war sie aber bereits vollzogen. Im Jahre 1952 wurden dann die selbstständigen Ortsgemeinden Mortantsch, Steinberg und Haselbach zu einer Gemeinde Mortantsch vereinigt.