Bericht einer Tagesmutter

Eine kleine Dorfgeschichte


Wir leben außerhalb der Stadt, mitten im Grünen und direkt am Waldrand. Auf dem Bauernhof nebenan gibt es Hasen. Die Hühner und Enten haben freien Auslauf. Bei unseren täglichen Ausflügen müssen wir natürlich die Tiere füttern. Sie laufen schon auf uns zu, wenn wir kommen. Hier können die Kinder einen freien und direkten Umgang mit den Tieren lernen.

Ein Stück weiter wird gerade ein Haus gebaut. Große Baumaschinen sind im Einsatz und wir beobachten sie bei der Arbeit.

Wenn eine Nachbarin im großen Kirschbaum eine Schaukel und eine Hängematte aufhängt, sind wir zur „Einweihung“ in den kleinen Zaubergarten eingeladen und verlegen die Jause dorthin.

Neben uns wohnt die Oma, die uns jede Woche mit ihrer Enkelin beim Waldspaziergang begleitet.

Hinter unserem Haus fällt der Bauer einen toten Baum. Wir dürfen „holzarbeiten“ und beobachten, was der Borkenkäfer mit einem Baum macht.

Zwei Häuser weiter lebt ein betagtes Ehepaar. Die beiden freuen sich immer über unseren Besuch. Manche Kinder haben selten näheren Kontakt mit alten Menschen und nach anfänglicher Scheu freuen sie sich nun, wenn wir die Tante Peppi und den Onkel Luisl besuchen.

Zu Weihnachten basteln wir für die Urlis in unserer Straße Apfelkerzen. Manchmal besucht uns auch der Hans-Opa und erzählt bei der Jause aus seiner Kinderzeit. So manches altes Kinderlied wird dabei wieder gesungen.

Die Kinder sind noch so offen und wertfrei im Umgang mit anderen Menschen. Da es kaum mehr Großfamilien gibt, ist der Austausch innerhalb verschiedener Generationen nicht mehr alltäglich.

Ich finde es sehr wertvoll, dass wir in unserem „kleinen Dorf“ Gemeinschaft miterleben dürfen. Wie schön, dass unsere kleine Gruppe überall herzlich willkommen ist!

Christa Forstner, Tagesmutter

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